RIO – Regionalgeld Initiativen Ost
Wir treffen uns: Die ostdeutschen Initiativen für regionales Geld.
Wo? In der Attac Villa in Könnern.
Wann? 24. November 2007.
Wer? Aktive und Interessierte.
Nähere Informationen und das angestrebte Tagesprogramm finden sich beim Urstromtaler.
Lausitzer live: Veranstaltungsankündigung
Im August und September gibt es drei Gelegenheiten, sich persönlich über das Regionalgeld “Lausitzer” auszutauschen:
- 28. August 2007, 16:00 Uhr: Regionalgeld “Lausitzer”, in der Klosterschänke in Doberlug-Kirchhain (Schlossplatz 2) – veranstaltet vom Bundesverband der Mittelständische Wirtschaft (BVMW)
- 27. September 2007, 18:30 Uhr: “Regionalgeld als Ergänzung zur Globalisierung”, in den Lessingstuben Kamenz (Rosa-Luxemburg-Str. 9). Es laden ein: Die Grünen Oberlausitz.
- 30. September 2007, beim Tag der Regionen in Finsterwalde
Der “Lausitzer” in Kanada
Regionalgeld ist ein Phänomen, welches es nicht nur in Deutschland gibt – auch wenn die hiesige Entwicklung aufgrund der großen verfügbaren Literatur schon sehr heraussticht. Experimente mit alternativen Zahlungsmittel gibt es überall auf der Erde. Nun hat sich die Situation ergeben, daß “Lausitzer”-Scheine, die bislang nur als Muster existieren, in Kanada aufgetaucht sind.
Der Neurobiologe Dr. Konrad Lehmann hatte im Rahmen einer Dienstreise die Gelegenheit, mit Aktiven in Calgary/Kanada zu sprechen und dabei wechselten auch ein paar Regiogeld-Scheine aus Europa den Besitzer. Er schreibt:
Vor drei Wochen hatte ich das Vergnuegen, eine Woche zur Dienstreise in die
Provinz Alberta, Kanada, zu duerfen. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mich mit den Leuten vom Calgary Dollar in Verbindung zu setzen, und konnte Gerald Wheatley vom fuenfkoepfigen Organisatorenteam zu Hause besuchen, waehrend er gerade eine Grillfeier gab – war sehr nett. 😉 Bei der Gelegenheit haben wir Regiodoubletten getauscht: Fuer 15 Calgary$ musste ich nur 1 Elbtaler (Muster), 1 Lausitzer (Muster) und 1 Chiemgauer (abgelaufen) berappen. Den abgelaufenen Berliner musste ich leider zurueckfordern, weil es mein Einziger war. Das war sozusagen der vielleicht erste internationale Regio-Devisenhandel, und er lief, wie gesagt, sehr zu meinen Gunsten.Natuerlich haben wir uns auch ausfuehrlich unterhalten, und davon moechte ich hier kurz berichten.
Calgarydollars gibt es in der heutigen Form seit 1996. Sie sind eines von
mehreren Projekten des Arusha Centers, einer sozialen kommunalen Einrichtung, die von der Stadt gefoerdert wird. Der Zweck der Calgary$ ist die Foerderung und Einbindung von sog. sozial Schwachen, was sie bezeichnen als “Entwicklung von sozialem Kapital”. Darum werden sie als soziales Projekt von der Stadt mit immerhin genug Geld gefoerdert, um davon fuenf Stellen zu bezahlen. Soweit Gerald wusste, haben viele Regiogelder in Nordamerika einen aehnlichen Hintergrund; das unterscheidet sie also sehr von den deutschen
freiwirtschaftlichen und grasswurzel-anarchischen Regios.
Im Umlauf sind derzeit 65000 Calgarydollars. Da etliche von ihnen bei den vom Arusha Center organisierten Veranstaltungen wieder zurueck fliessen, werden mittlerweile auch Kredite in Calgarydollars vergeben. Eingetragene Akzeptanten gibt es 1000, aber ueber eine regelmaessig gedruckte Branchenzeitschrift werden bis zu 100000 potentielle Nutzer erreicht. Aehnlich wie bei vielen deutschen Regios haben Akzeptanzstellen die Entscheidung darueber, zu welchem Prozentsatz sie Calgarydollars annehmen – und die 100%-Stellen werden natuerlich besonders gepaeppelt.
Trotzdem macht es den Organisatoren Sorgen, dass der Calgarydollar seit
laengerem kaum noch waechst und in der Sozialhilfeecke steckt. Als
Gegenmassnahme entwickeln sie flankierende Projekte, ueber die andere Schichten erreicht werden koennen, bei denen aber trotzdem mit Calgarydollars bezahlt werden kann. Eines davon ist ein relativ junges, aber gut laufendes CarSharing-System.
Über die “Lausitzer”-Scheine ist also auch ein Stückchen Lausitz in Kanada angekommen…
Lausitz fördern – mit dem Förderverein Lausitz
Im Januar 2007 wurde er gegründet: Ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lausitz zu fördern. Er soll dazu beitragen, das Bild der Lausitz nach außen zu stärken, die Akteure in der Region zu vernetzen und Kooperationen herbeizuführen. Dabei soll ausdrücklich auch länderübergreifend gearbeitet werden, denn die Lausitz überschreitet bekanntlich die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen.
Eines der ersten Projekte des Vereins ist die Suche nach einem Slogan für die Lausitz. Beteiligen darf sich an dieser Suche jeder, genau wie jeder Mitglied des Vereines werden darf, der die Förderung der Region unterstützen will. Für das Regionalgeld “Lausitzer” bin ich bereits Mitglied geworden…
Der Lausitzer bei N-TV
Nun gut, die Überschrift übertreibt etwas: Ein wohlwollender Artikel bei N-TV berichtet über Regionalgeld allgemein. Genannt wird jedoch auch: Der Lausitzer.
Alternative Zahlungsweisen – Lokalpatriotisches Geld.
Von Nona Schulte-Römer
Video: Wie funktioniert Geld?
Das folgende (dreigeteilte) Video ist das Ergebnis der Diplomarbeit von Max von Bock. Es versucht anschaulich zu erklären, wie unser heutiges Geldsystem funktioniert. Ist da irgendwas kritikwürdig?
Pressekontakte: SZ & Radio Lausitz
Mitte März rief mich Uwe Jordan von der Hoyerswerdaer Ausgabe der Sächsischen Zeitung an und wollte wissen, wie es mit dem Lausitzer vorangeht. Er schrieb daraufhin einen Artikel, in dem er Reaktionen verschiedener Leute mit denen ich gesprochen hatte aufnahm. Herr Jordan scheint die Idee eines “Lausitzers” zu groß gedacht, aber der Grundgedanke regionaler Gelder gefällt ihm.
Heute am Ostersamstag rief er in einem erneuten Artikel die Leser dazu auf, ihre Meinung zu einer Regionalwährung zu sagen: Wo sollte sie gelten? Wie groß sollte “die Region” gefaßt werden? Unabhängig davon, ob die Regionalwährung also “Lausitzer” oder anders heißt – das Thema ist im Gespräch.
In der kommenden Woche habe ich zudem einen Gesprächstermin bei RadioLausitz in Görlitz, wo wir schauen werden, ob eine Zusammenarbeit denkbar ist.
Aktivitäten der letzten Monate
Es lohnt sich einmal zusammenzufassen, was in den letzten Monaten rund um den “Lausitzer” gelaufen ist.
- Ich habe mit den Organisatoren der transNATURALE gesprochen. Die transNATURALE ist ein Licht-Klang-Festival rund um den Bärwalder See zwischen Boxberg und Uhyst. Der Ansatz dieses Festivals ist es, die Region nach außen bekannt zu machen, um die Region zu stärken. Da die Zielsetzung des “Lausitzers” und des Festivals in dieselbe Richtung gehen, waren die Organisatoren sehr offen. Ihr Angebot: Wenn es den “Lausitzer” gibt würden sie versuchen, ihn in ihr Festival einzubetten. (www.transNATURALE.de)
- Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Brangs (SPD). Bislang ohne konkretes Ergebnis, im Gespräch war eine Informationsveranstaltung in Bischofswerda.
- Gespräche mit Akteuren in Hoyerswerda: Herr Lossack sowie Optiker Böhm, dem Chef des Gewerbevereines in der Altstadt
- Veranstaltung beim Gewerbeverein Reichenbach O/L zum “Lausitzer”
- Veranstaltung auf Einladung von Prof. Giese und Prof. Laser von der Uni in Zittau. Im Rahmen eines Kamingesprächs mit ein paar Studenten haben wir im Herbst Geld-Theorien diskutiert.
- Der salon.g ist eine Veranstaltung in Görlitz, die von Studentinnen und Studenten der Fachrichtung Kunst ausgerichtet wird. Der Abend zu dem ich im November eingeladen war und die Idee regionaler Gelder vorstellte, stand unter dem Motto “Wechselkurs”.
- Ebenfalls in Görlitz waren wir im Herbst als Aussteller bei der viaREGIO – einer Messe für regionale Produkte und Unternehmen. (Bei denen der ehemalige Görlitzer Bürgermeister sinngemäß meinte: “Oh ja, Regionalwährungen, gute Idee!”)
- Im Landkreis Elbe-Elster kamen in den letzten Monaten verschiedene Gespräche zustande: Mit der Wirtschaftsförderung Elbe-Elster, mit dem Chef des Gewerbevereins Elsterwerda, mit Frau Dehmel vom Wirtschaftsraum Schraden, mit der Entwicklungsgesellschaft Energiepark Lausitz mbH. Auf Einladung der Wirtschaftsförderung Elbe-Elster habe ich den Lausitzer bei einem Unternehmerabend vorgestellt. Die dort zustande gekommenen Kontakte scheinen zu weiteren Entwicklungen zu führen…
Darüber hinaus gab es eine Vielzahl weiterer Gespräche im kleinen Rahmen. Erwähnt habe ich den “Lausitzer” in meinem letzten Artikel für Telepolis:
Regionales Wirtschaften gegen den Klimawandel (die englische Fassung gibts bei indymedia)
Braunkohle gefährdet 23 Orte in der Lausitz
“In der Lausitz könnte der Braunkohle-Abbau in absehbarer Zeit weitere 23 Dörfer vernichten” ist als Meldung beim RBB zu lesen. Dabei steht die Bevölkerung vor einem Dilemma: Einerseits ist man froh über jeden Arbeitsplatz – und der Braunkohleabbau als auch die Verstromung bieten solche Jobs. Andererseits würden erneut 6000 Menschen ihre Heimat verlieren. Hinzu kommt, daß die Verbrennung von Braunkohle in Zeiten des Klimawandels umstritten ist.
Gesucht sind deshalb: Neue Ideen, wie Lausitzer Dörfer erhalten und trotzdem Arbeits- und Lebensraum in der Lausitz geschaffen werden kann…
Video: Tauschringe auf RTL
Tauschringe sind Wirtschaft im Kleinen. Tauschringe beschränken sich auf Stadtteile und fördern soziale Kontakte auf eine besondere Weise: Indem die Menschen untereinander Dienstleistungen oder nicht mehr gebrauchte Dinge austauschen. Auf der Video-Plattform YouTube findet man einen Bericht von RTL:
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